Beleidigt, bedroht: Sana Klinikum Hameln schließt sich Respekt-Kampagne an

2 Min. Lesezeit.

Verglaster Tresen, Sicherheitsdienst in der Nacht, gelegentlich Hausverbote: Mit solchen Maßnahmen reagiert die Zentrale Notaufnahme des Sana Klinikums Hameln-Pyrmont nach eigenen Angaben auf Beleidigungen, Bedrohungen und Aggressionen gegen Beschäftigte. Das Klinikum beteiligt sich deshalb an der landesweiten Kampagne „Wer hilft, verdient Respekt.“, wie es am Montag, 26. Oktober 2026, mitteilte.

Ins Leben gerufen hat die Kampagne das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, gemeinsam mit der Ärztekammer Niedersachsen, dem Marburger Bund Niedersachsen, der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen. Landesweit werben Plakate, Postkarten, Kinospots und Social-Media-Beiträge für einen respektvollen Umgang mit Beschäftigten im Gesundheitswesen. Im Hamelner Klinikum hängen die Motive nach eigenen Angaben an zentralen Stellen.

Polizei muss immer wieder kommen

Dr. Ben Schwertfeger, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme, beschreibt die Lage so: „Gleichzeitig erleben wir aber auch, dass Situationen zunehmend eskalieren und unsere Mitarbeitenden beleidigt, bedroht oder aggressiv angegangen werden.“ Schon vor einigen Jahren sei der Tresen der Notaufnahme zum Schutz der Mitarbeitenden verglast worden. Nachts unterstütze ein Sicherheitsdienst, in eskalierenden Situationen müsse immer wieder die Polizei hinzugezogen werden, manchmal seien auch Hausverbote nötig.

Betroffen ist laut Klinikum nicht nur die Notaufnahme, sondern auch die Stationen und andere Bereiche – in Konflikten mit Patientinnen und Patienten ebenso wie mit Angehörigen. Neben den Schutzmaßnahmen setze das Haus vor allem auf Prävention: Mitarbeitende erhielten regelmäßig Deeskalationstrainings und Schulungen in deeskalierender Kommunikation.

Landesweiter Trend

Das Klinikum verweist auf Zahlen der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft: Demnach berichten 72 Prozent der befragten niedersächsischen Krankenhäuser von einer Zunahme verbaler oder körperlicher Übergriffe gegen ihre Beschäftigten innerhalb der vergangenen fünf Jahre. Besonders häufig betroffen seien Pflegekräfte und Mitarbeitende in Notaufnahmen.

„Gewalt, Bedrohungen und Beleidigungen haben in einem Krankenhaus keinen Platz“, sagt Klinikgeschäftsführer Matthias Dürkop. Die Beschäftigten müssten sich darauf verlassen können, ihre Arbeit in einem sicheren Umfeld zu leisten.

NEUESTE MELDUNGEN

NEUESTE BERICHTE