Die Stadt Hameln gibt am Freitag, 6. November, von 9 bis 17 Uhr 300 Bäume am Weserberglandstadion aus. Die Bäume gehen an Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen, die sich im Juni angemeldet haben: Alle 300 Klimabäume waren nach knapp vier Stunden vergeben. Die Presseeinladung zur Ausgabe verschickte die Stadt Hameln am Dienstag, 3. November.
Es ist die dritte Runde der Aktion „Klimabäume 2030“. Die Stadt verschenkt Obst- und Laubbäume, dazu gibt es Pfähle, Bindematerial und eine Pflanzanleitung. Am Freitag, 12. Juni, öffnete das Online-Portal um 13 Uhr, um 16.57 Uhr waren alle Bäume vergeben. Weitere Anmeldungen sind nicht mehr möglich.
Von sieben Tagen auf vier Stunden
Im Oktober 2024 startete die Stadt die Aktion mit 25.000 Euro, innerhalb von sieben Tagen gingen 300 Anmeldungen ein. 2025 standen 40.000 Euro bereit, geplant waren zwei Wochen Anmeldezeit. Nach weniger als 24 Stunden waren die 300 Bäume weg. „Wir sind wirklich überwältigt davon, wie schnell die Bürgerinnen und Bürger waren“, sagte Stefan Welling aus der Abteilung Umwelt und Klimaschutz des Rathauses im Juli 2025.

Aus den ersten beiden Runden stehen laut Stadt rund 600 Bäume in Hamelner Gärten. Mit den 300 Bäumen vom Freitag wären es rund 900. Zuletzt suchte die Stadt beim Tag der Umwelt am Samstag, 22. August, das Gespräch über Klimaschutz und Nachhaltigkeit. „Das große Interesse der vergangenen Jahre zeigt, dass viele Hamelnerinnen und Hamelner selbst etwas für mehr Grün und ein besseres Stadtklima tun möchten“, sagte Helena Nunne aus der Abteilung Klima des Rathauses im Juni.
Warum Bäume die Stadt kühlen
Städte heizen sich schneller auf als die offene Landschaft, speichern Wärme und kühlen nachts weniger schnell ab, schreibt das Umweltbundesamt. In einem Forschungsvorhaben in seinem Auftrag ergaben Modellrechnungen in drei Fallstudien: Die Beschattung mit Bäumen kann bis zu 50 Prozent der Energie für die Kühlung von Innenräumen sparen. Im Quartier zeigten Bäume in sogenannten Baumrigolen und Fassadenbegrünungen die stärkste Wirkung.
Schatten braucht allerdings Zeit und Nähe, sagt Thami Croeser von der RMIT University in Australien. Er hat ausgewertet, wie viel Baumkrone im Umkreis von 60 Metern um 5,5 Millionen Gebäude in 25 europäischen Städten steht. 84 Prozent der Gebäude lagen unter dem Richtwert von 30 Prozent, in Köln und Hamburg lagen rund 45 Prozent der Gebäude darüber. Die Auswertung wurde laut Universität nicht von Fachleuten begutachtet. Ein neu gepflanzter Baum beschatte ein Gebäude erst nach 15 bis 20 Jahren, sagt Croeser.
Daneben speichern Bäume Kohlenstoff: Sie binden beim Wachsen CO2 und lagern es im Holz ein, heißt es im Hamelner Klimaschutzkonzept von 2023 zum Wald. Für 2019 weist das Konzept 5,6 Tonnen CO2-Äquivalente pro Kopf aus.
500 bis 1.000 Bäume im öffentlichen Raum
Laut Konzept hat sich Hameln zum Ziel gesetzt, bis 2035 treibhausgasneutral mit Verrechnungsmöglichkeiten zu sein, bis 2045 strebt die Stadt das ohne Verrechnung an. Aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept führt das Papier außerdem dieses Vorhaben auf: „Hameln pflanzt 500 bis 1.000 kronenbildende klimaresiliente Bäume im öffentlichen Raum“. Die Klimabäume kommen dagegen auf die Grundstücke der Empfänger.
Anhänger oder Sprinter für die Abholung
Ein normaler Pkw reicht laut Stadt in der Regel nicht aus, nötig seien ein Anhänger oder ein großer Sprinter. Die Bäume müssen selbst transportiert und gesichert werden. Für die Runde 2025 nannte die Stadt drei bis fünf Meter Höhe, 14 bis 16 Zentimeter Stammumfang und rund 70 Kilogramm je Baum. Die Sorte der Obstbäume suchen sich die Empfänger erst bei der Abholung aus.
Die Pflanzanleitung empfiehlt für normalen Gartenboden eine Grube von mindestens dem 1,5-Fachen des Wurzelballens. Der Stammansatz soll auf Bodenniveau stehen, die Pfähle kommen neben den Ballen, keinesfalls hindurch. Auf privaten Grundstücken gelten die Grenzabstände des Niedersächsischen Nachbarrechtsgesetzes.
Nach dem Pflanzen bittet die Stadt um ein Foto des Baums an seinem neuen Platz. Fragen beantwortet sie unter 05151/202-1268 und -1257 sowie per E-Mail an klimaschutz@hameln.de.
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