Hameln: Sana Klinikum blickt mit neuem Verfahren direkt in die Gallengänge

2 Min. Lesezeit.

Das Sana Klinikum Hameln-Pyrmont kann Gallengänge jetzt per Kamera von innen ansehen und dabei gezielt Gewebeproben nehmen.

Das Verfahren heißt Cholangioskopie und kommt laut Sana Klinikum Hameln-Pyrmont vor allem bei unklaren Engstellen sowie bei großen oder schwer zu entfernenden Gallengangsteinen zum Einsatz. Es ergänzt das bisherige Behandlungsspektrum der Gastroenterologie und ist für komplexe Befunde gedacht.

Cholangioskopie in Hameln
Einsatzunklare Engstellen, große oder schwer zu entfernende GallengangsteineTechniksehr dünnes, flexibles Einmal-Endoskop mit VideokameraMöglichGewebeproben unter Sicht, Steine gezielt zertrümmernOrtGastroenterologie, Sana Klinikum Hameln-Pyrmont, Saint-Maur-Platz 1

Wo die ERCP an Grenzen stößt

Die Gallenwege leiten die in der Leber produzierte Gallenflüssigkeit in den Darm. Behindern ein Stein, eine Entzündung oder eine Engstelle den Abfluss, kann sie sich in der Leber stauen. Mögliche Folgen sind laut Klinikum Gelbsucht, eine Beeinträchtigung der Leberfunktion oder schwere Infektionen.

Etabliert ist die sogenannte ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie), rund 400 davon führt das Team der Gastroenterologie im Jahr durch. Dabei wird ein Endoskop über Mund und Magen bis in den Dünndarm vorgeschoben. Von dort lässt sich der Gallengang erreichen, um etwa Steine zu entfernen oder einen Stent einzusetzen. Die Gallengänge werden mit Kontrastmittel unter Röntgenkontrolle dargestellt, eine direkte Sicht auf die Schleimhaut ist nicht möglich.

„Die ERCP ist ein bewährtes Verfahren, stößt bei komplexen Befunden aber an ihre Grenzen. Das gilt beispielsweise bei sehr großen oder schwer zugänglichen Gallengangsteinen oder wenn wir unklare Gewebeveränderungen genauer untersuchen müssen“, sagt Dr. Valentina Youssef, Chefärztin der Gastroenterologie.

Kamera im Gallengang

Bei der Cholangioskopie wird über das bereits eingeführte Endoskop ein sehr dünnes, flexibles Einmal-Endoskop in den Gallengang vorgeschoben. Eine integrierte Videokamera überträgt die Bilder auf einen Monitor. Unklare Engstellen oder Gewebeveränderungen lassen sich so unmittelbar beurteilen, Gewebeproben unter Sicht entnehmen. Bei Verdacht auf eine bösartige Erkrankung kann das laut Klinikum wichtige Informationen für die weitere Therapieplanung liefern.

Auch bei der Behandlung schwieriger Gallengangsteine bietet das Verfahren laut Klinikum zusätzliche Möglichkeiten. „Große oder schwer zugängliche Steine können wir mithilfe der Cholangioskopie direkt ansteuern und mittels elektrohydraulischer Lithotripsie gezielt zertrümmern. Die kleineren Steinfragmente lassen sich anschließend endoskopisch entfernen“, erklärt Youssef.

Für Patientinnen und Patienten mit besonders schwierigen Gallengangsteinen oder unklaren Veränderungen der Gallenwege stehen die erweiterten Möglichkeiten laut Klinikum nun auch in Hameln zur Verfügung.

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