Niedersachsen: Land startet am 5. November Kastrationsaktion für Streunerkatzen

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Tierschutzvereine, Tierheime und Ehrenamtliche, die Futterstellen betreuen, können freilebende Hauskatzen ab Donnerstag, 5. November, wieder kostenfrei kastrieren lassen. Die landesweite Katzenkastrationsaktion läuft nach Angaben des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bis voraussichtlich Dienstag, 15. Dezember. Die Kastrationen übernehmen teilnehmende Tierarztpraxen.

Das Land gibt knapp 70.000 Euro. Der Deutsche Tierschutzbund Landestierschutzverband Niedersachsen, der die Aktion federführend begleitet, stockt den Betrag gemeinsam mit weiteren Tierschutzorganisationen auf. Insgesamt stehen laut Ministerium mehr als 200.000 Euro zur Verfügung. Weil der Bedarf sehr hoch sei, könnten die Mittel wie schon in den vergangenen Jahren innerhalb kurzer Zeit ausgeschöpft sein, schreibt das Ministerium in seiner Mitteilung vom 29. Oktober. Tierarztpraxen, die mitmachen wollen, sollen in Kürze weitere Informationen erhalten.

Rund 21.000 Katzen in acht Jahren

Bei den landesweiten Aktionen der vergangenen acht Jahre wurden nach Angaben des Landes rund 21.000 Streunerkatzen kastriert. Ohne menschliche Versorgung drohen freilebenden Katzen laut Ministerium Mangelernährung, Parasitenbefall und schwere Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen und Katzenleukose, die unbehandelt häufig zum Tod führen.

Staatssekretärin Frauke Patzke nimmt auch Katzenhalter in die Pflicht: „Wer seine Katze bereits vor dem ersten Freigang kastrieren lässt, trägt entscheidend dazu bei, unkontrollierte Vermehrung und damit weiteres Tierleid zu verhindern.“ Unkastrierte Freigänger aus Privathaushalten tragen nach Darstellung des Ministeriums wesentlich zur Vermehrung der Streunerkatzen bei.

Katzenverordnung in Abstimmung

Jährliche Aktionen könnten langfristig nur wirken, wenn auch Freigängerkatzen aus Privathaushalten kastriert würden, sagt die Landestierschutzbeauftragte Dr. Julia Pfeiffer-Schlichting. Nötig sei eine landesweite Katzenverordnung mit verpflichtender Kennzeichnung, Registrierung und Kastration von Freigängerkatzen. Ein Entwurf für eine solche Verordnung befindet sich laut Ministerium derzeit in der Ressortabstimmung.

Fragen zur Aktion beantwortet der Landestierschutzverband unter info@tierschutzniedersachsen.de.

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