Landgericht Detmold: Anklage wegen Cannabis-Plantagen in Emmerthal und Lippe

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Das Landgericht Detmold befasst sich mit einer Anklage wegen Cannabis-Plantagen in Lippe und im südlichen Niedersachsen – eine davon soll in Emmerthal gelegen haben. Angeklagt sind fünf Personen im Alter von 24 bis 38 Jahren, darunter ein 38-Jähriger aus Hameln. Laut der Terminübersicht des Gerichts für Oktober war der Auftakt vor der Strafkammer I für Montag, 26. Oktober, um 15 Uhr angesetzt. Ein Fortsetzungstermin ist für Freitag, 13. November, um 10 Uhr vorgesehen.

Fünf Standorte, verteilte Aufgaben

Den Angeklagten wird nach Angaben des Landgerichts vorgeworfen, von Januar bis November 2025 als Mitglieder einer Bande an fünf Standorten Cannabis-Plantagen unterhalten und mit den Erträgen unerlaubt Handel mit Cannabis in nicht geringer Menge getrieben zu haben. Genannt werden Barntrup und Lügde in Nord-Lippe sowie Emmerthal, Hehlen im Landkreis Holzminden und Lamspringe. Verhandelt wird wegen Verstoßes gegen das Konsumcannabisgesetz und weiterer Vorwürfe.

Dem 38-Jährigen aus Hameln wird eine gehobene logistische Position in der Bande zugeschrieben. Er soll die Objekte in Emmerthal, Barntrup und Lügde für den Anbau zur Verfügung gestellt haben, mitverantwortlich dafür gewesen sein, die „Gärtner“ zu den Plantagen zu bringen, und als Ansprechpartner für die Logistiker gedient haben. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Hameln sollen zudem eine geladene scharfe Schusswaffe, eine Schreckschusswaffe und 32.350 Euro Bargeld gefunden worden sein.

Ein 25-Jähriger aus Köln soll Fahrzeuge für die Ernte und den Transport von Ausrüstung gestellt, Material für die Aufzucht beschafft und die Versorgung der Plantagen in Barntrup und Lamspringe organisiert haben. Ein 31-Jähriger aus Barsinghausen soll die Plantagen in Lügde und Hehlen betreut und die Grundversorgung für das Objekt in Barntrup angemietet haben. Die beiden übrigen Angeklagten, 29 Jahre alt aus Essen und 24 Jahre alt aus Frankfurt am Main, sollen für die Bande als „Gärtner“ tätig gewesen sein.

2.563 Pflanzen bei den Durchsuchungen

Bei den Durchsuchungen am Donnerstag, 30. Oktober 2025, sollen in den Plantagen insgesamt 2.563 Cannabispflanzen in unterschiedlichen Wachstumsstadien gefunden worden sein, mit einem Wirkstoffwert von insgesamt rund 200 Kilogramm Marihuana. Auf ein Jahr gerechnet und bei jeweils drei Ernten soll die Bande nach der Darstellung mindestens rund 1,2 Tonnen Marihuana erzielt haben. Der Wert wird in dem Vorwurf auf rund 4,8 Millionen Euro geschätzt, ausgehend von einem „überwiegenden Marktpreis“ von rund 4.000 Euro je Kilogramm.

Das Verfahren läuft unter dem Aktenzeichen 21 KLs 29/26. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für die Angeklagten die Unschuldsvermutung, darauf weist das Gericht ausdrücklich hin. Angesetzte Termine können laut Landgericht kurzfristig aufgehoben oder verlegt werden.

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