Bevor bei Marienau eine Brücke gebaut werden kann, muss erst einmal der Boden zusammengedrückt werden. Seit Mittwoch, 14. Oktober 2026, laufen im Coppenbrügger Ortsteil die Vorarbeiten für die Brücke, die bei der Straßenbaubehörde unter der Bauwerksnummer „Co 11“ geführt wird. Es soll die B 1 auf der künftigen Ortsumgehung Coppenbrügge/Marienau über die Aue führen. Das hat der Flecken Coppenbrügge mitgeteilt und beruft sich dabei auf Angaben der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Hameln.
Zunächst werden Grundwassermessstellen zurückgebaut und der Oberboden abgetragen. Im weiteren Jahresverlauf soll der Bau eines Vorbelastungsdamms aus Erde beginnen. Sein Gewicht verdichtet den Untergrund, damit er die Brücke später trägt. Setzt sich der Boden so, wie die Planer es erwarten, wird der Damm 2027 wieder abgetragen, dann beginnt der eigentliche Brückenbau. Autofahrer merken davon nach Angaben der Straßenbaubehörde nichts: Auswirkungen auf den Verkehr gebe es nicht. Die Brücke ist nicht die erste der Umgehung, die Behörde spricht von einem „weiteren Brückenbauwerk“.
Zwei Jahrzehnte seit dem Planfeststellungsverfahren
Fertig sein soll die gesamte Ortsumgehung 2029. Das Planfeststellungsverfahren für die neue Trasse wurde bereits am 23. Oktober 2009 eingeleitet. Der Planfeststellungsbeschluss stammt vom 24. Januar 2011 und ist seit dem 23. März 2011 unanfechtbar. Das geht aus dem Erläuterungsbericht zur Flurbereinigung Coppenbrügge-Marienau des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser hervor. Zwischen Baurecht und geplanter Fertigstellung liegen damit 18 Jahre, zwischen Einleitung des Planfeststellungsverfahrens und Fertigstellung 20.
Wie stark die Ortsdurchfahrt belastet ist, steht ebenfalls in den Flurbereinigungsunterlagen: Dort ist die B 1 in Coppenbrügge mit bis zu rund 12.400 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden angegeben. Aktuelle Zählwerte nennt die Mitteilung der Straßenbaubehörde nicht.
Felder neu geordnet, Anschlüsse verlegt
Für die Trasse wird landwirtschaftliche Fläche gebraucht. Damit nicht einzelne Landwirte die gesamten Flächenverluste tragen, wurde am 14. Dezember 2012 eine Flurbereinigung angeordnet, die rund 1.112 Hektar umfasst. Sie stellt den Boden für Straße, Nebenanlagen und Ausgleichsflächen bereit und verteilt den Landverlust auf mehr Eigentümer. Wege und Gräben werden an die neue Trasse angepasst. Auch die Anschlüsse an die B 442 sowie an die Landesstraßen L 422 und L 423 werden laut Erläuterungsbericht verlegt oder höher gelegt.
Die Umgehung ist ein Vorhaben des Bundes. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist die Ortsumgehung Coppenbrügge als Teilprojekt der B 1 zwischen Barntrup und Elze unter den „laufenden und fest disponierten“ Vorhaben eingeordnet. Sie wurde deshalb dort nicht neu bewertet. Was die Umgehung inzwischen kostet, nennt die aktuelle Mitteilung nicht.
Aktualisierung (25. Oktober 2026): Herkunft der Angaben präzisiert und die Bauwerksbezeichnung „Co 11“ erläutert.

