Nach der Gewalttat in der Rittergutstraße im Hessisch Oldendorfer Ortsteil Weibeck schaltet sich die übergeordnete Polizeidirektion Göttingen ein. Sie spricht von einer Auseinandersetzung zwischen zwei Großfamilien. Bei dem Vorfall am Sonntag, 30. August 2026, waren nach Polizeiangaben mehrere Menschen verletzt worden, einige schwer. Über den Einsatz am Sonntag hatte Dossier Hameln berichtet.
Ob die Tat einen Bezug zur sogenannten Clankriminalität hat, ist nach Darstellung der Polizeidirektion noch offen. Das sei nun Gegenstand der Ermittlungen, heißt es in ihrer Mitteilung vom Montag, 31. August. Die Behörde ordnet den Fall in eine Reihe gewaltsamer Konflikte in ihrem Zuständigkeitsbereich ein. Bei einigen davon seien in den vergangenen Monaten Schusswaffen eingesetzt worden; Mitte Juni sei dabei ein Polizeibeamter durch einen Schuss schwer verletzt worden.
Präsidentin kündigt hartes Vorgehen an
Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn sieht in den Vorfällen ein „erhebliches Gewaltpotenzial“. Die Polizei werde „konsequent und mit allen gebotenen Mitteln“ gegen Personen und Strukturen vorgehen, die Konflikte mit Gewalt austragen, wird sie zitiert. „Wir akzeptieren keine Parallel- und keine Selbstjustiz. Das Gewaltmonopol liegt beim Staat.“
Welche Mittel gemeint sind, zählt die Direktion auf: neben der Strafverfolgung das Abschöpfen von Vermögen, Aufenthaltsverbote und Meldeauflagen sowie mehr Präsenz und Kontrollen auf der Straße. Das solle auch das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger stärken.
Konkrete neue Angaben zum Tatablauf in Weibeck, zu den Verletzten oder zu den beiden am Sonntag festgenommenen Tatverdächtigen enthält die Mitteilung nicht. Ob und welche der genannten Maßnahmen in Hessisch Oldendorf geplant sind, lässt die Polizeidirektion ebenfalls offen. Für die Tatverdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.

