Zwei Jahre nach einer Durchsuchung in Hameln mit über 100 Beamten ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Urkundenunterdrückung gegen eine Polizeibeamtin. Unter der Akte steht nur ihr Name. Wer über ihr entschied, steht nirgendwo. Der Vorgesetzte schweigt, die heutige ZKD-Leiterin wurde befördert.
Dem Drogendealer nimmt der Staat alles, was aus der Tat stammt. Sich selbst lässt er die Beute: Rechtswidrig erlangte Beweise bleiben meist verwertbar. Jetzt soll die ZEIT Recherchematerial liefern, und auch in Hameln zählte ein Presseausweis wenig. Warum Redaktionen ihre Quellen selbst schützen.
Sie widmete Hitler Gedichte, trat in die NSDAP ein und fand nach 1945 kein Wort der Reue. Dennoch kreist die Debatte in Hameln um die Frage, ob Agnes Miegel vielleicht gar kein richtiger Nazi war. Das ist die falsche Frage. Ein Straßenname ist eine Ehrung, und zu dieser Ehre gehört mehr als die Feststellung, dass andere schlimmer waren.
Format hat vier Bestandteile: die Lage erkennen, die Instrumente des Gegenübers kennen, die Folgen vorhersehen, für die eigenen Leute einstehen. Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn hatte ein Jahr Zeit, sie zu zeigen. Ein Gutachten sagte verfassungswidrig, sie sagte nicht ersichtlich, die Staatsanwaltschaft sagte Anfangsverdacht. Was in diesem Jahr entschieden wurde, ist dokumentiert — und lässt sich prüfen.