Hameln: KulturDock zeigt Skizzen von Literaturpreisträgerin Anna Haifisch

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Wie aus ersten Bleistiftstrichen ein preisgekröntes Bilderbuch wird, zeigt derzeit eine Ausstellung im KulturDock in der Hamelner Pfortmühle. Unter dem Titel „Wie die Grille in die Geige kam“ sind dort Skizzen, Studien und Zeichnungen der Leipziger Comiczeichnerin und Illustratorin Anna Haifisch zu sehen. Als Zeitraum nennt der Veranstaltungskalender der Stadtbücherei Hameln Dienstag, 20. Oktober, bis Samstag, 14. November, als Uhrzeit 12 bis 18 Uhr.

Anlass ist der Rattenfänger-Literaturpreis 2026. Die Stadt Hameln zeichnet Haifisch für ihr Bilderbuch „Die Grille in der Geige“ aus, erschienen im Rotopol Verlag in Kassel. Verliehen wird der mit 5.000 Euro dotierte Preis am Freitag, 13. November, im Theater Hameln. Im Vorfeld zeigt die Ausstellung nach Angaben der Stadtbücherei die Entstehungsgeschichte des Buches vom ersten Bleistiftstrich bis zum fertigen Werk. Das Buch sei in diesem Sommer auch als eines der Schönsten Deutschen Bücher 2026 ausgezeichnet worden.

Eine alte Fabel mit neuer Pointe

Haifisch erzählt die bekannte Fabel von der Grille neu, die den ganzen Sommer musiziert und nicht für den Winter vorsorgt. In ihrer Fassung wird die Geige der Grille im Winter zu Feuerholz, auf den Winter folgt ein Frühling ohne Musik, wie die Jury in ihrer Begründung zusammenfasst. Am Ende zieht die Grille in einen Milchkarton, erfindet mit der Ofenrohrtrompete ein neues Instrument und bringt so die Musik in den Wald zurück.

Die Stadt Hameln sieht darin eine Lesart für die Gegenwart: Zur Daseinsvorsorge einer Gesellschaft gehörten nicht nur materielle Dinge, sondern ebenso Kunst und Kultur. Die Jury hebt außerdem Haifischs feine Tuschezeichnungen hervor, die flächig in einer eingeschränkten Farbpalette aus Gelb, Grün und Rot koloriert seien.

Preis wird zum 21. Mal vergeben

Den Rattenfänger-Literaturpreis vergibt die Stadt Hameln seit 1984 alle zwei Jahre, in diesem Jahr zum 21. Mal. Er würdigt herausragende Märchen- oder Sagenbücher, phantastische Erzählungen, moderne Kunstmärchen sowie mittelalterliche Geschichten für Kinder und Jugendliche. Zusätzlich wurden zehn weitere Kinder- und Jugendbücher in die Empfehlungsliste aufgenommen. Vor zwei Jahren ging der Preis an Frida Nilsson.

Das KulturDock liegt im Erdgeschoss der Stadtbücherei in der Pfortmühle an der Sudetenstraße 1. Sämtliche Angebote und Veranstaltungen dort sind nach Angaben der Stadt grundsätzlich kostenfrei. Die Stadtbücherei ist dienstags, donnerstags und freitags von 12 bis 18 Uhr, mittwochs von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet.

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