Fast drei von vier erfassten Heizungen in Hameln sind Gaskessel, rund 64 Prozent des Wärmebedarfs werden noch mit fossilen Energieträgern gedeckt. Das sind Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung, die am Freitag, 7. August 2026, bei einer Abschlussveranstaltung vorgestellt wurden. Darüber berichtet die Stadtwerke Hameln Weserbergland GmbH. Bestehende Wärmenetze decken demnach bereits rund 34 Prozent des Bedarfs.
Erste Zahlen aus der Bestandsaufnahme hatte die Stadt bereits im Juni vorgelegt (wir berichteten).
Nordstadt wird genauer untersucht
Die besten Aussichten für ein neues Wärmenetz außerhalb der bestehenden Fernwärme sieht die Planung derzeit in einem Teil der Nordstadt. Dafür sprechen nach Angaben der Stadtwerke die Abwärme der Kläranlage und die vielen Mehrfamilienhäuser dort. Stadt und Stadtwerke haben vereinbart, das Gebiet genauer zu prüfen.
Stadtwerke-Geschäftsführerin Susanne Treptow dämpft die Erwartungen: Ein Prüfgebiet sei noch kein fertiges Wärmenetz. Nötig seien unter anderem eine verlässliche Wärmequelle, ausreichend Wärmebedarf auf engem Raum, genug Eigentümer, die sich anschließen wollen, eine Machbarkeitsprüfung, eine Anschlussabfrage und eine offene Darstellung von Investitionen und Wärmepreisen.
Insgesamt zeigt die Planung, wo Wärmepumpen, Wärmenetze oder Kombinationen sinnvoll sein können. Das Gasnetz soll Abschnitt für Abschnitt bewertet werden. Je nach Gebiet sollen Wärmepumpen, Wärmenetze und perspektivisch klimaneutrale Gase zusammenspielen.
Orientierung für Hauseigentümer
Grund zur Panik gebe es nicht, betonen die Stadtwerke. Die Wärmeplanung biete zunächst Orientierung. Eigentümer sollten aber früh prüfen, welche Lösung zu ihrem Gebäude und Quartier passt. Wärmepumpen könnten auch in vielen Bestandsgebäuden funktionieren, Fernwärme sei ebenfalls eine mögliche Alternative.
Die Stadtwerke schlagen eine dauerhafte „Umsetzungsallianz Wärme“ vor. Sie soll klären, welche Gebiete in Machbarkeitsstudien überführt werden, welche Maßnahmen im Stromnetz Vorrang haben und welche Informationen Bürgerinnen und Bürger brauchen. Parallel bereitet das Unternehmen sein Stromnetz auf mehr Wärmepumpen, Photovoltaik, Speicher und E-Mobilität vor, unter anderem durch Digitalisierung und intelligentes Lastmanagement.

