Zwei Schüler haben am Samstag, 19. September 2026, den Zivilcouragepreis der Stadt Hameln erhalten. Überreicht wurde er beim Aktionstag „Gemeinsam für mehr Zivilcourage!“ in der Osterstraße, wie die Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden mitteilt.
Veranstaltet wurde der Aktionstag vom Präventionsrat der Stadt Hameln und dem FiZ (Familie im Zentrum), unterstützt von der Polizei und dem Weissen Ring. Im Mittelpunkt standen Zivilcourage und Prävention. Bei einer Kinderschutzrallye konnten die Teilnehmenden die Kinderschutzinseln der Stadt kennenlernen und Preise gewinnen. Die Wilhelm-Raabe-Schule stellte ihr eigenes Zivilcourage-Projekt vor.
Eingreifen auf dem Schulweg
Einer der Preisträger, ein Schüler des sechsten Jahrgangs, griff nach Angaben der Polizei im Juni nach Schulschluss auf dem Weg zum Bahnhof ein. Ein Freund von ihm sei von mehreren Schülerinnen und Schülern beleidigt, bedrängt und körperlich angegriffen worden, während andere Kinder zusahen, filmten oder anfeuerten. Der Junge habe sich schützend vor ihn gestellt, den Angreifer auf Abstand gehalten und versucht, die Lage zu beruhigen. Anschließend blieb er bei seinem Freund und ging mit ihm zurück zur Schule, um dort Hilfe zu holen.
Der zweite Preisträger, ein Schüler des siebten Jahrgangs, wurde laut Polizei Zeuge, wie zwei jüngere Kinder aus dem fünften und sechsten Jahrgang nach dem Unterricht hinter einer Hecke auf dem Schulparkplatz aneinandergerieten. Viele Umstehende hätten zugesehen, einige gefilmt, eingegriffen habe zunächst niemand. Der Schüler habe zunächst versucht, die Beteiligten mit Worten zu beruhigen. Als das nicht gelang, bat er einen Mann an einem Fenster um Unterstützung, der jedoch nicht half. Als es zu blutenden Verletzungen kam, wandte er sich an ein Mädchen und einen herbeieilenden Passanten. So konnten die Beteiligten getrennt und weitere Verletzungen verhindert werden. Ein Video des Vorfalls kursierte später in sozialen Netzwerken.
Preisgeld vom Förderverein
Den Preis überreichte Matthias Kinzel, Leiter der Polizeiinspektion. „Zivilcourage bedeutet, nicht wegzusehen, sondern Verantwortung zu übernehmen und zu helfen, wenn andere Menschen Unterstützung benötigen“, sagte er laut Mitteilung. Beide Schüler erhielten zusätzlich ein Preisgeld des Fördervereins Kriminalprävention.
Was in solchen Situationen hilft, ohne sich selbst zu gefährden, fasst die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes in sechs Regeln zusammen: helfen, ohne sich in Gefahr zu bringen; die Polizei unter 110 rufen; andere um Mithilfe bitten; sich Merkmale der Täter einprägen; sich um Opfer kümmern und als Zeuge aussagen. Beide Hamelner Preisträger haben nach Darstellung der Polizei versucht, die Lage zu beruhigen, und Hilfe geholt.

