Shamonda-Virus in zwei Rinderbetrieben im Landkreis Holzminden nachgewiesen

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Das Shamonda-Virus ist im Landkreis Holzminden angekommen. In zwei Betrieben mit Rinderhaltung ist der Erreger nachgewiesen worden, das Veterinäramt des Landkreises bittet Tierhalter nun um Mithilfe: Wer bei Rindern, Schafen oder Ziegen Symptome bemerkt, soll die Tiere vom Tierarzt untersuchen lassen. Bekämpfungsmaßnahmen oder Handelsbeschränkungen gibt es nicht.

Das Virus ist mit dem Schmallenberg-Virus verwandt, das Landwirte in Deutschland seit 2011 kennen. Es wird von Mücken übertragen und befällt Wiederkäuer. Erkrankte Rinder geben weniger Milch, bekommen Durchfall und Fieber. Für Rückfragen nennt das Veterinäramt die Telefonnummer 05531/707347.

Erst im August in Deutschland entdeckt

Wie schnell sich der Erreger ausbreitet, zeigen die Mitteilungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit. Anfang August hatte das FLI die neue europäische Variante bei Rindern in Süddeutschland festgestellt. Am 17. August meldete es Infektionen auch in Rheinland-Pfalz und Hessen, die Fälle in der Schweiz und in Frankreich gehen nach ersten Analysen auf dasselbe Virus zurück. Wann und wie es nach Europa kam, ist laut FLI noch unklar.

Bis Ende August kamen Nachweise bei Rindern aus Baden-Württemberg, Bayern, dem Saarland und Sachsen hinzu, außerdem bei Schafen und Ziegen. In Niedersachsen gab es nach Angaben des Landkreises Holzminden vom 21. August noch keinen bekannten Fall. Schon damals empfahl das Veterinäramt Rinderhaltern, ihre Tiere vorsorglich mit Insektenschutzmitteln zu behandeln, so wie es gegen die Blauzungenkrankheit üblich ist. Einen Impfstoff gibt es nicht.

Warum es keine Karte der Fälle gibt

Dass das Veterinäramt Halter ausdrücklich um Proben bittet, hat einen Grund. Für das Shamonda-Virus gilt keine Meldepflicht. Das FLI weist darauf hin, dass die Fälle deshalb nicht einheitlich erfasst werden und es anders als bei meldepflichtigen Tierseuchen keine Verbreitungskarten erstellen kann. Wie viele Betriebe tatsächlich betroffen sind, weiß derzeit niemand genau – auch nicht im Weserbergland.

Offen ist vor allem eine Frage, die für Betriebe teuer werden kann: Was passiert mit trächtigen Tieren? Beim verwandten Schmallenberg-Virus, das 2011 erstmals in Nordwestdeutschland nachgewiesen wurde, führten Infektionen in einem bestimmten Stadium der Trächtigkeit zu schweren Missbildungen bei Kälbern und Lämmern. Zwischen 2012 und 2014 wurde Schmallenberg in Deutschland in 2.504 Betrieben festgestellt, so das FLI. Ob das Shamonda-Virus ähnliche Folgen hat, lässt sich noch nicht sagen. Der Landkreis rät Haltern deshalb, auch bei auffälligen Neugeborenen eine Infektion tierärztlich abklären zu lassen.

Ende August bestätigte das FLI außerdem Infektionen bei einem Pferd aus Rheinland-Pfalz und einem Alpaka aus Hessen. Das Pferd zeigte vor seinem Tod Störungen des Nervensystems, im Gehirn fand sich eine hohe Viruslast. Solche Verläufe sind vom Schmallenberg-Virus nach Angaben des FLI nicht bekannt.

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