Ein neuer Bahnhalt im Landkreis Hameln-Pyrmont ist möglich, aber wohl nur einer. Zur Auswahl stehen auf niedersächsischer Seite zwei Standorte: die Süntelstraße am Ada-Lessing-Park in Hameln und Fischbeck in Hessisch Oldendorf. Welcher von beiden die besseren Chancen hat, soll eine Untersuchung zeigen, die bis Ende 2026 in Auftrag gegeben werden soll.
Das ist das Ergebnis eines Gesprächs, über das der Landkreis Hameln-Pyrmont berichtet. Kreisrat Dr. Joachim Steinbeck und der Hamelner Stadtbaurat Markus Pfeiffer haben sich danach mit Vertretern der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) getroffen. Auf dem Tisch lagen das vor Kurzem beschlossene „Positionspapier Bahn“ und ein aktualisierter Antrag der Stadt Hameln für einen Haltepunkt „Süntelstraße“.
Schnellere Züge, aber nur ein zusätzlicher Stopp
Die LNVG sieht laut Kreisverwaltung grundsätzlich Potenzial für einen neuen Halt im Landkreis. Steinbeck schränkt aber ein: Mit den künftig geplanten neuen Zügen mit verbesserter Fahrdynamik dürfte auf der Strecke Elze–Hameln–Löhne voraussichtlich nur ein zusätzlicher Halt betrieblich möglich sein. Schon geringe Fahrzeitverlängerungen durch zusätzliche Halte können nach Darstellung der LNVG Anschlüsse an weiterführende Züge gefährden.
Beide Standorte sollen deshalb gleichrangig geprüft werden. Vereinbart wurden nach Angaben des Landkreises drei Schritte. Erstens wird untersucht, ob Fahrplan und Pünktlichkeit der Regionalbahn RB 77 auch bei Verspätungen stabil bleiben, wenn sie einen weiteren Halt einlegt. Zweitens soll eine umfassende Potenzialanalyse klären, welche denkbaren Haltepunkte in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen die meisten Fahrgäste erwarten lassen. Drittens stimmt sich die LNVG mit Nordrhein-Westfalen über Kriterien und Analyse ab, weil die Strecke dorthin weiterführt.
Eine Absage gibt es für einen anderen Wunsch: Ein zusätzlicher Halt zwischen Hameln und Vlotho ist laut der Mitteilung mittelfristig nicht machbar, auch nicht, wenn das Stellwerk in Vlotho optimiert wird.
Wonach die Landesgesellschaft entscheidet
Wie die LNVG neue Stationen bewertet, beschreibt sie auf ihrer Internetseite. Geprüft werden sechs Punkte: ob der Halt in den Fahrplan passt, ob Anschlüsse in Knotenbahnhöfen erhalten bleiben, wie viele Menschen im Umkreis von 1,5 Kilometern wohnen, wie weit der nächste Halt entfernt ist, ob Regionalbahn oder S-Bahn halten können, ohne schnellere Regionalexpress-Verbindungen zu beeinträchtigen, und ob zusätzliche Fahrzeuge nötig wären.
Nach eigenen Angaben hat die LNVG landesweit mehr als 40 Standorte untersucht. 13 Stationen hielt sie für vergleichsweise schnell umsetzbar, vorbehaltlich sich ändernder Betriebskonzepte. Ein Standort im Landkreis Hameln-Pyrmont ist in dieser Übersicht nicht genannt. Für die Süntelstraße und Fischbeck beginnt das Verfahren also erst.
Kosten und Fahrgastzahlen noch unklar
Wann die Ergebnisse vorliegen, nennt die Mitteilung nicht. Offen bleibt auch, was ein neuer Halt kosten würde und wer ihn bezahlt. Ebenso unklar ist, wie viele Fahrgäste an den beiden Standorten tatsächlich zu erwarten wären. Genau das soll die Potenzialanalyse liefern.
Der Landkreis soll über die Ergebnisse der Stabilitätsprüfung und der Gutachten fortlaufend informiert werden.

